Traumstammtisch... und was steckt dahinter?

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Wie ich mein Hobby zum Beruf machte

 

 Es war Anfang der 90er Jahre. Ich besuchte eine Freundin, die gerade beim

 Seidenmalen war.

 Sie bemalte eine Krawatte mit Blumen und meinte: "Versuch es doch auch

 einmal." Gesagt, getan, ich setzte mich hin und malte ein Bärchen im Liegestuhl.

 Zuletzt streute ich Salz auf den Hintergrund (das macht man beim Seidenmalen

 manchmal, um bestimmte Effekte zu  erzeugen) und war total unzufrieden mit

 dem Ergebnis. Diese Arbeit war nicht mein "Ding".

 Enttäuscht ging ich mit meiner Krawatte nach Hause. Trotzdem zeigte ich sie

 kurz darauf einer anderen Freundin, die hellauf begeistert war.

 "Kannst du mir zum Geburtstag für meinen Bruder eine Krawatte mit einer Eule

 malen?" fragte sie.

 Ich tat es, ließ  das Salz weg und siehe da, die Krawatte wurde ein Treffer.

 Schon kam der nächste Auftrag und dann wieder einer. "Kannst du auch was für

 Kinder und  Frauen machen?"  wurde ich gefragt. Natürlich konnte ich, und

 bemalte ein Kissen mit einem Kindermotiv, das andere mit Rosen.

 Schon ging es weiter, es fing an, mir Spass zu machen. Hier eine Krawatte für

 den Vereinsvorsitzenden, dort ein  Kissen für die Oma und natürlich das

 entsprechende Kissen zur Hochzeit, Taufe und zum Jubiläum, sowie zu allen

 anderen Gelegenheiten.

 Ich schrieb Namen, persönliche Daten oder Sprüche auf die Kissen, weil die

 Kunden es so wünschten. Und wieder  kam meine Arbeit gut an. Es wurde

immer mehr, die Menschen brachten mich ständig auf neue Ideen.

 Irgendwann merkte ich, dass ich den Menschen eine Möglichkeit bot,

 ausgefallene und ganz persönliche Geschenke anzubieten, über die sie sich

 riesig freuen, weil sie etwas ganz besonderes sind.

 Mein Begeisterung wurde immer größer und inzwischen bin ich mit dem Herzen

 dabei. Für mich persönlich kann ich  mir keine andere "Arbeit" mehr vorstellen.

 Vor 2 Jahren kam ich noch auf die Idee, Karikaturenkissen anzubieten.

 Diese Kissen sind mittlerweile der  Renner.

 Inzwischen haben verschiedene Medien darüber berichtet. Können Sie sich

 vorstellen, wie sich die Menschen freuen, wenn sie ein Geschenk erhalten, wo

 der eigene Name  draufsteht? Zu Weihnachten bekomme ich selbstgebackene

 Plätzchen von meinen Kunden oder eine Flasche  Parfüm. Bei welcher sonstigen

 Arbeit erlebt man so etwas. Ich möchte nicht tauschen mit den 85 % der

 Berufstätigen die täglich ohne Freude und Motivation zur Arbeit gehen.

 Deshalb rate ich allen, die unzufrieden sind, dass sie sich eine Arbeit suchen,

 die ihnen Spass macht.

 Jeder hat  irgendwelche Qualitäten, man muss sie nur erkennen und dann seinen

 Weg finden. Natürlich hat das alles auch mit einer gewissen Unsicherheit zu tun,

 aber was im Leben ist schon sicher?

 Ja und dann gibt es einen Traum von mir. Ich wünsche mir eine alte Villa, in der

 ich wohnen und arbeiten kann. Meine Wohnung ist leider nicht sehr groß und ich

 hätte gerne ein lichtdurchflutetes Atelier , wo ich genügend Platz  habe, um

 meine Arbeit auszuweiten. Drumherum ein verwunschener Garten, mit

 Wildpflanzen und  Schmetterlingen.

 Mein Leben als Künstlerin ist nicht immer einfach, es gibt Höhen und Tiefen.

 Manchmal bekomme ich wenig  Aufträge, ein andermal habe ich richtig viel zu

 tun. Aber es macht Spass, die Ideen, die in meinem Kopf sind, umzusetzen,

 oder zu sehen, wie aus einem weißen  Stück Seide, durch meine Hände, ein

 kleines Kunstwerk entsteht.

 Inzwischen konnte ich auch andere begeistern und habe einen

 Traumstammtisch gegründet.

 Da treffen sich Menschen, die noch Lebensträume haben und diese auch

 verwirklichen wollen.

 So unterstützen wir uns gegenseitig mit Tipps und neuen Ideen.

  

 Edith Grünberg